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 Kandahar
Regisseur:
Schauspieler:
Länge:
85 min.

Ein halbdokumentarischer Film mit trauriger Aktualität.

An Fallschirmen schweben langsam Beinprothesen vom Himmel. Eine Schar Afghanen humpelt um die Wette: von Landminen verkrüppelte Männer an Krücken, die den «Segen von oben», von IKRK-Leuten aus Helikoptern abgeworfenes Material, kaum erwarten können.
Die Ankunft der Ersatzbeine - eine von vielen eindrücklichen Szenen aus dem halbdokumentarischen Film des 44-jährigen Iraners Mohsen Makhmalbaf («Gabbeh», «The Silence»), der kürzlich von der UNESCO mit der Fellini-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde. Dies für sein Gesamtwerk und sein Engagement für afghanische Frauen.

Verzweiflung. Roter Faden im Film, der im Taliban-Gebiet spielt und in den letzten Monaten traurige Aktualität erlangt hat, ist eine Ausland-Afghanin. Die Journalistin Nafas (Niloufar Pazira) erhält im kanadischen Exil einen Hilferuf ihrer jünge-ren Schwester: Aus Verzweiflung über das hoffnungslose Leben, das den Afghaninnen aufgezwungen wird, will sie sich «noch vor der nächsten Sonnenfinsternis» umbringen.
Nafas Versuch, ihre entmutigte Schwester in Kandahar zu besuchen, eskaliert zum Horror-Abenteuer. Der Journalistin, die ihre Reiseerlebnisse auf ein Diktaphon spricht, laufen Räuber, Schwindler und Diebe über den Weg. Sie landet in einem Flüchtlingslager, verbirgt sich unter einer landesüblichen burka mit Gesichtsschleier und gibt sich - um ungehindert weiter zu kommen - für die Frau eines Einheimischen aus. Ob sie je ihr Ziel erreichen wird, lässt Makhmalbafs Film offen. Nafas Trip ist eine Reise ins Ungewisse, eine Expedition in eine andere Welt.

Autor:    Ludwig Hermann

Szenen:
Kandahar

Kandahar

Kandahar


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