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In der Schule waren sie die verschworenen Drei, sie machten alles gemeinsam, bis das Mädchen mit seinen Eltern in eine andere Stadt zog. Auch Jahre später sind der Rabbi Jake (Ben Stiller) und der Priester Brian (Edward Norton) enge Freunde. Die beiden Gottesmänner nehmen ihre Berufung ernst, sind in ihren Kirchen recht innovativ, versuchen zu liberalisieren und zu modernisieren. Nichts trübt ihre Freundschaft.
Doch als plötzlich ihre ehemalige gemeinsame Jugendfreundin (Jenna Elfman) auftaucht, fallen die beiden Geistlichen vom Himmel in die Hölle: Sie verlieben sich beide in die attraktive Karrierefrau, obwohl der eine nicht mal an Sex denken darf und der andere seine Zukünftige in der jüdischen Glaubensgemeinschaft zu finden hat. Denn schliesslich wachen über ihnen eingefleischte Rabbis (z.B. Eli Wallach) und Pater (z.B. Milos Forman), dass die Gesetze eingehalten und die Traditionen über das Heute gesetzt werden.
Die Dreiecksbeziehung erinnert an François Truffauts Meisterwerk «Jules et Jim», nur wird dessen Poesie und Dramatik in keinem Moment erreicht. «Keeping the Faith» bleibt amerikanisch kühl, harmlos und brav, aber doch immer sympathisch und unterhaltend. Ein goodfeeling Movie, eine romantische Komödie, die kein Geschirr zerschlägt.
Sparflamme. Man soll sich mit dem jüdischen Witz amüsieren und einige Lebensweisheiten zur Kenntnis nehmen, statt sich zu den Beziehungsschwierigkeiten in den Glaubensgemeinschaften hinterfragen zu müssen. Probleme des Zölibats und der Zwang zur Ehe unter Gleichgesinnten bleiben nur so lange thematisch im Vordergrund, als sie der Geschichte nützen und diese vorantreiben. Der Konflikt wird auf Sparflamme gehalten.
Dass sich Edward Norton, den wir bisher vor allem in düsteren Schauspieler-Rollen erlebten (oscarnominiert für «Primal Fear» und «American Histoy X»), als Regisseur ausgerechnet in einem schwierigen Komödienstoff versucht, verdient Respekt. Zwar kämpft er mit Überlängen, die allerdings dank exzellenten Darstellern in Nebenrollen erträglich bleiben.
Dass uns Norton vom Film-Marketing als ein moderner James Stewart-Darsteller verkauft wird, ist allerdings Unsinn: da liegen noch Welten dazwischen. Und auch Jenna Elfman als versessene Workaholic hat weder das Charisma einer Katharine Hepburn noch die Ausstrahlung einer Carole Lombard. Und Regisseur Norton ist auch kein Billy Wilder. Dazu fehlt ihm der Biss.
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